Prothetik

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Behandlungsablauf bei Implantation einer Endoprothese

Mit den folgenden Informationen wollen wir Ihnen einen Überblick über den Ablauf der gesamten Behandlung im Rahmen der Implantation eines künstlichen Gelenkes geben.

Der stationäre Aufenthalt im Sankt Elisabethkrankenhaus Kiel

Die Aufnahme zur Operation erfolgt in der Regel am Tage vor der Operation. Damit geben wir Ihnen die Zeit und Gelegenheit, sich im Hause einzugewöhnen und sich in Ruhe auch mental im Krankenhaus auf die Operation vorzubereiten.

Insgesamt wird der stationäre Aufenthalt 7-11 Tage dauern. Das hängt von Ihrer Befindlichkeit und den Heilungsverlauf ab.

Am Abend vor der Operation bekommen Sie eine Tablette, die Sie des Nachts gut schlafen lässt und Sie innerlich beruhigt. Es ist in Studien nachgewiesen, dass die Narkosen auf diese Art und Weise besser vertragen werden und auch weniger Narkosemedikamente notwendig sind.

Nach der Operation des künstlichen Gelenkes bleiben Sie einige Stunden zur postoperativen Überwachung im so genannten Aufwachraum. Hier werden Sie durch unsere erfahrenen Anästhesisten (Narkoseärzte) und Schwestern betreut. Nachdem wir uns von Ihrem Wohlbefinden überzeugt haben, werden Sie auf die Station in Ihr Zimmer zurück verlegt. Dort werden Sie dann von den Schwestern weiter versorgt.

Nach der aktuellen Studienlage erholen sich Patienten am schnellsten von operativen Eingriffen, je schneller sie mobilisiert werden. Daher beginnen wir bereits am Tage der Operation mit der Mobilisation. Sie werden möglichst schon aufgesetzt und mit passiven Bewegungsübungen behandelt.

Am Folgetag stehen Sie das erste Mal vor dem Bett und machen mit Hilfe der Physiotherapeuten die ersten Gehübungen.

Dabei kann das Bein unabhängig von der Art der Operation von Anfang an voll belastet werden.

Wenn Sie ein neues Kniegelenk erhalten haben, wird das Knie mit Hilfe einer Motorschiene bereits am 1. Tag nach der Operation durchbewegt werden. Das Ziel ist hier, nach spätestens einer Woche sicher 90° Beugung zu erreichen. Damit das möglichst angenehm für Sie ist, sorgen wir durch geeignete Maßnahmen für eine Linderung der postoperativen Schmerzen, z. B. durch Anlage eines Schmerzkatheters unter die Haut. Hierdurch werden lang wirkende lokale Betäubungsmittel an die Schmerz führenden Nerven gespritzt, welche die Schmerzen im Operationsgebiet minimieren. Zusätzlich erhalten Sie moderne Schmerzmedikamente, die je nach Bedarf schrittweise reduziert werden. Auf diese Weise erreichen Sie sehr früh die Mobilität, die Ihnen beispielsweise den eigenständigen Toilettengang ermöglicht. Am zweiten Tag wird der erste Verbandwechsel durchgeführt. Danach wird die Wunde nur noch durch ein Wundpflaster bedeckt werden.

Unser Physiotherapeuten-Team wird Sie nun zunehmend an aktive Bewegungsübungen und Gangschulungen heranführen. Hierbei wird das flüssige Laufen, ggf. mit Teilentlastung, geübt, so dass Sie mehr Sicherheit erlangen.
Am Ende dieser Frühphase nach ca. einer Woche steht das selbständige Laufen mit Gehhilfen auch auf der Treppe an.

Somit sind für das häusliche Umfeld keine wesentlichen Einschränkungen mehr gegeben. Die Entlassung wird möglich, wenn Sie es wünschen und keine sonstigen medizinischen Gründe dagegen sprechen. In einzelnen Fällen kann dies schon nach wenigen Tagen der Fall sein.

Bereits vor dem stationären Aufenthalt organisieren wir die weitere Rehabilitationsbehandlung und kümmern uns um eventuell notwendige Hilfsmittel (z. B. Toilettensitzerhöhung, Anziehhilfen).

Neben Ihren üblichen Medikamenten benötigen Sie zur Entlassung eine Fortführung der Thromboseprophylaxe (in der Regel über 5 Wochen nach der Operation für Hüftpatienten und 11-14 Tage für Kniepatienten) und einen Schutz vor gerade nach Hüftgelenkoperationen anlagebedingt zu beobachtenden Weichteilverkalkungen.

Sollten Sie vor der Operation einen Blutgerinnungshemmer eingenommen haben, der für die Durchführung des Eingriffes abgesetzt wurde, so kann dieser meist innerhalb der ersten Woche wieder eingenommen werden.

Patienten, die dauerhaft marcumarisiert sind, benötigen eine Auslasszeit von 3 Wochen, bis eine Wiedereinstellung erfolgen kann. In einzelnen Fällen kann noch ein mildes Schmerzmittel erforderlich sein.

Die Visiten, Wundkontrollen und Verbandwechsel erfolgen während der stationären Behandlung durch uns persönlich

Bei der Entlassung aus der stationären Behandlung erhalten Sie neben einem Entlassungsbrief nebst Operationsbericht auch einen Prothesenausweis. Dieser weist die verwendeten Implantate mit Chargennummern aus, so dass eine eindeutige Zuordnung weltweit möglich ist und dokumentiert auch die Nachuntersuchungen. Nicht zuletzt erklärt er natürlich auch auffällige Ereignisse bei Sicherheitskontrollen, sollten Sie beispielsweise mit dem Flugzeug verreisen.